EEP – Potsdam auch die nächsten vier Jahre
Januar 2026 – Seit 1998 werden an Potsdamer Schulen Projekte zum Energiesparen durchgeführt. Mit seinen 51 teilnehmenden Schulen ist das Potsdamer Energieeinsparprogramm (EEP) eines der größten und langläufigsten Energiesparprojekte in Deutschland. Seit 2017 betreut das UfU zusammen mit der Berliner Energieagentur das EEP und darf nun für weitere vier Jahre das Programm begleiten.
Das Projekt beruht auf zwei Komponenten. In der technischen Komponente werden die öffentlichen Schulen in Potsdam energietechnisch überwacht. Ein sogenanntes Energiemonitoring hält die Verbräuche an Wärme, Strom und Wasser monatlich fest und pflegt diese in eine Datenbank ein. Dies gibt Aufschluss über Verbrauchsspitzen durch beispielsweise Havarien. Außerdem werden die Verbräuche der Schulen miteinander verglichen und dadurch können Rückschlüsse auf den Schullalltag, die energetische Situation und das Nutzerverhalten geschlossen werden.
Die zweite Komponente ist eine Pädagogische. Da Schulen Orte des Lernens sind, liegt der Fokus des Projektes nicht nur auf technischen Energieeinsparungen, sondern auch auf der Integration des Projektes in den Schulalltag. Schüler*innen können in jährlich wechselnden Fokusthemen (Heizen, Lüften, Strom, Klimaanpassung, Hitzeschutz, Ernährung, Ressourcenschutz) etwas über den eigenen Ressourcenbedarf lernen. Energie-AGs und Projekttage zeigen Schüler*innen, wie sie selber Energie einsparen können. Dadurch wird ein ressourcenschonendes und nachhaltiges Denken geschult. Ein wichtiger Teil ist auch das Erfolgserlebnis. Die Schulen sparen durch das Projekt nach wie vor Ressourcen ein und senken ihre Verbräuche. Das schont nicht nur die kommunalen Kassen, sondern gibt jungen Menschen das Gefühl, selbst etwas erreichen zu können.
Das Projekt funktioniert über ein Anreizsystem. Durch die aktive Beteiligung der Kommune ist gewährleistet, dass die Schule für Einsparungen finanziell entlohnt wird. Über die Projektaktivitäten können Punkte gesammelt werden, welche in Geldprämien am Ende des Schuljahres an die Schule ausgezahlt wird. Da Schulen durch ihre enorme Anzahl oft der größte Energieverbraucher in der Kommune sind, spart auch die Kommune Geld ein.
Im Bereich Wärme ist der witterungsbereinigte Verbrauch pro m2 seit 2017 um fast 7% zurückgegangen. Und das trotz des deutlichen Knicks, den die veränderten Anforderungen während der Corona Pandemie mit sich gebracht hatte. Hier wurde in vielen Schulen quasi dauergelüftet.
Das Projekt in Potsdam ist beispielhaft für den Erfolg, den vor allem langjährig angelegte Energiesparprojekte haben können. Die Abläufe sind mittlerweile sehr routiniert, die Schulen (Pädagog*innen und Techniker*innen) kennen das Programm und jährlich werden sehr viele Einzelaktivitäten in den Schulen durchgeführt und gemeldet. Auch der pädagogische Aspekt wird multipliziert, weil viele Kinder mit ihrer Schule jedes Schuljahr wieder am Projekt teilnehmen.